Kleider machen Leute

„Kleider machen Leute“, das wusste schon Gottfried Keller. Spätestens nachdem man sich in dessen gleichnamiger Novelle der Wirkung eines Kleidungsstils bewusst geworden ist, macht man sich darüber Gedanken, was man wo und wann tragen soll, darf und kann. Das Auftreten gegenüber seinen Mitmenschen ist für viele von immenser Bedeutung, da man oft danach beurteilt wird – ob man will oder nicht.

Passt das wirklich?

Im Geschäftsleben spricht einiges dagegen, seine Jugendlichkeit anhand von Kleidung mit frechen Sprüchen auszudrücken. Denken Sie beispielsweise an den Effekt den es gäbe, würde ein Geschäftsführer T-Shirts mit sexistischen Sprüchen tragen. Wie fänden Sie es, würde Ihnen der CEO eines Grosskonzernes mit dem Aufdruck „Perfekt aussehen müssen nur die Frauen, die sonst nichts können“ über den Weg laufen würde?! Möchten Sie gerne mit einem solchen Arbeitgeber zusammenarbeiten? Nein? Dann haben Sie genau den Grund gefunden, weswegen der Grossteil der Firma zumindest Ihren Chef in Frage stellen würde, wenn nicht sogar das ganze Unternehmen. Ganz zu schweigen von der Frage, ob der Mann mit solch einem T-Shirt es überhaupt zum Chefposten geschafft hätte…

Nicht alles ist angemessen.

Im Geschäftsalltag gilt es, sich dem Betrieb entsprechend angemessen zu kleiden – es spielt eine Rolle, ob Sie in der Werbebranche als Creative Director oder in der Bank hinter dem Schalter stehen. Während Sie bei sogenannten Brainstorming-Sitzungen gemeinsam mit Ihren langjährigen Arbeitskollegen Ideen wild durch den Raum werfen, interessiert es niemanden, ob auf Ihrem Shirt steht „Ich überlege gerade – bitte warten“, ganz im Gegenteil: Dies kann sogar sehr auflockernd wirken. Wenn Sie so hingegen dem Kunden gegenüber am Bankschalter stehen, wäre es nicht sicher, ob dieser das Ganze mit Humor aufnimmt und nicht gar die Seriosität Ihres Unternehmens in Frage stellt.

Witzigkeit kennt keine Grenzen?

Ähnlich verhält es sich mit folgendem Spruch: „I’m with stupid“ mit passenden Pfeilen, die zufällig nebenstehende  Personen beleidigend mit in den Witz einbezieht.

Sind es hingegen die besten Freunde, die man zum Feiern trifft, erweist sich dieses Shirt vielleicht sogar zum Renner an der Party. Sie finden schon diesen Spruch ziemlich dreist? Dann kennen Sie „Ich bin knackige 16 – mal knackt es hier, mal knackt es dort“ noch nicht. Wenn Sie sich mit so einem T-Shirt bei einer privaten Grillparty präsentieren, mögen Sie vielleicht den einen oder anderen Lacher kassieren. Aber wenn Sie so Ihrer künftigen Chefin beim Bewerbungsgespräch begegnen, untergraben Sie erstens Ihre Integrität und müssen zweitens mit einer Absage vor dem ersten Händedruck rechnen.

Knapp daneben ist auch vorbei.

Doch auch ausserhalb der Firma kann ein T-Shirt mit einem unpassenden Spruch Ihnen ein peinliches Erlebnis bescheren. Stellen Sie sich vor, Ihnen steht Ihre Verabredung beim ersten Date mit einem Shirt mit Aufdruck „Alkohol Kontrolle – bitte hier blasen“ mit Pfeil nach unten gegenüber. Wer würde sich da nicht am liebsten umdrehen und schleunigst das Weite suchen? Als Frau könnten Sie hingegen einen Volltreffer bei Ihrem Schwarm landen, wenn sie ihr „Better look naked“-Shirt zum Date ausführen würden. Sind Sie sich aber dem Statement bewusst, das Sie damit machen – die Hochzeitsglocken werden mit dieser Aussage wohl nicht so schnell läuten.

Ein Ratschlag

Ich rate Ihnen sich in Zukunft am besten im Voraus zu überlegen, zu welchem Anlass Sie sich kleiden und auf wen Sie dort treffen werden, so werden Sie einige peinliche Aufeinandertreffen vermeiden. Was lernen wir daraus? Man muss bei der Outfitwahl unterscheiden, ob es sich um einen privaten oder um einen beruflich-öffentlichen Anlass handelt. Es ist toll, wenn sich nicht jeder hinter der Kleiderkollektion eines 08/15 Labels versteckt, das man an gefühlt bei 10 von 15 Personen wiederfindet. Seien Sie kreativ und bleiben Sie vor allem Ihrem Stil treu! Es gibt auch ohne Sie noch genug andere Leute, die sich gerne im Wunschbild des einen oder anderen Modetrends verrennen. Man muss schliesslich nicht jedem Trend hinterher rennen!

Oder wie sehen Sie das? Soll sich jeder mit seinem Kleidungsstil austoben – oder doch eher auf die berufliche Situation Rücksicht nehmen?

 

 

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