Moderne Kindheit

Leiden Kinder heutzutage unter zu viel Leistungsdruck?

Erwarten Eltern, Lehrer oder Trainer mehr von ihnen als zu früheren Zeiten? Terminanfragen für 6-Jährige?

Wo früher Kinder von Tür zu Tür sprangen um Ihre „Gspänli“ zu holen, sieht man heute immer mehr überfüllte Terminpläne an den Kühlschränken hängen. Montag Klavierunterricht, Mittwoch Fussball, Freitag Schwimmunterricht  – die Hausaufgaben für die Schule müssen in die kurzen Verschnaufpausen dazwischen gequetscht werden. Gemeinsames Spielen mit anderen Kindern ist nur möglich, wenn beide elterlichen Parteien damit einverstanden sind und ein Termin im Voraus vereinbart wurde.

Gemeinsam die Welt entdecken

Welche öffentlichen Plätze sind den Kindern zum Spielen verblieben? In vielen Gebieten verschwinden Spielplätze wegen Lärmbeschwerden und nur noch vor Schulgebäuden können Kinder frei herumtollen. Durch strikte Regeln werden Schüler ausserhalb der Schulzeit noch mehr eingeschränkt und haben oft nicht mehr die Möglichkeit über Mittag die Fussballplätze oder Klettergerüste zu nutzen.

Lernen sich selbst zu übertreffen

In unserer Gesellschaft wird es wiederum als selbstverständlich angesehen, immer und überall sein Bestes zu geben. Die Voraussetzungen sind heute angeblich auch viel besser als früher. Wo früher eine Arbeit noch aus einer handgeschriebenen Seite bestand, muss heute nur noch schnell von Hand alles abgetippt werden. Aber eine Seite reicht dazu um Längen nicht mehr aus, Arbeiten fordern heute mindestens 5 – 10 Seiten. Informationen können durch wenige Mausklicke gesucht werden. Wer früher noch mühsam eine Bibliothek aufsuchen musste, um sich die Informationen zu beschaffen, bekommt heute mit Google und Co. die abstraktesten Fragen in Kürze beantwortet. Dass man aber ja nicht Artikel kopiert und auch gründlich überprüft ob das Geschriebene auch stimmt, ist natürlich Voraussetzung.

Wir leben im ständigen Wandel, immer mehr und neuere Lernmethoden kommen auf den Markt, nicht das Wissen steht mehr im Vordergrund, sondern den besten Weg zu finden, sich dieses zu merken oder zu beschaffen. Auswendig lernen gehört der Vergangenheit an.

Kopfzerbrechen in jungen Jahren

Stress und Überforderung gehört zur Norm. Viele Kinder machen sich schon in jungen Jahren viel zu viele Gedanken, was aus ihnen werden soll oder ob sie genug Leistung erbringen um später ein erfülltes Leben zu führen. Dazu kommen noch Alltagsstress und Freunde, die das Ganze noch mehr aufheizen. Weil in Drittwelt-Ländern Armut herrscht, sollte man meinen, dass wir hier keine Probleme hätten. Wieso steigen dann aber unsere Burnout-Raten jährlich?

Die Generation von heute sieht dem allem noch etwas kritisch entgegen, was wird aber passieren wenn die Kinder von heute Eltern sind? Werden diese lockerer oder strenger agieren oder erkennen sie das andere Qualitäten vielleicht doch wichtiger sind.

Wie sehen Sie das?

Es stellt sich also die Frage, ob unsere Entwicklung zeitgemäss und angebracht ist, oder ob man doch besser einen anderen Weg einschlagen sollte? Wie sehen Sie das? Gehört Kontrollwahn und Zielstrebigkeit in eine moderne Erziehung?

 

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