Opa sein dagegen sehr!


Kinder, wie die Zeit vergeht!

Ist es nicht erst ein paar Jahre her, dass ich meine Tochter auf dem Arm gehalten habe? So wie sich jeder wohl selber in der „Innenwahrnehmung“ immer noch als jungen Menschen sieht, ist es auch mit unseren Kindern: Wir denken immer noch in Kinder-Kategorien und wundern uns täglich, dass aus dem Kind nun doch schon eine Erwachsene geworden ist. Und so stehe ich da und stelle fest: Es ist unfassbar, dass schon so viel Zeit vergangen ist und ich jetzt schon mein Enkelkind auf den Armen halten kann.

Auf einmal werden Klischees wahr

Und habe ich mich nicht immer innerlich dagegen gewehrt, dass diese Klischees von den überglücklichen Großeltern so wohlfeil gehalten werden? Aber dann hat es mich doch eingeholt: Wie ein Tiger im Käfig bin ich auf und ab gegangen, als meine Tochter im Kreissaal war und ich nicht wusste, ob alles OK ist. Natürlich ist alles gut gegangen und der Enkelsohn wächst bereits prächtig heran – liebevoll und entspannt beobachtet von seinen Großeltern.

Auf der Sonnenseite ist es schön warm

Natürlich erinnern wir uns an den nächtlichen Schlafmangel und an die Ränder unter den Augen am nächsten Morgen nach unruhigen Nächten. An die Verzweiflung, wenn man als Eltern nicht mehr weiß, warum der Kleine denn jetzt immer noch brüllt, obwohl das gesamte Wohlfühlprogramm schon abgespielt worden ist. Wieviel angenehmer ist es doch, als Großeltern nur die angenehmen, die sonnigen Seiten des Nachwuchses kennen zu lernen,  Man bekommt den Enkel sauber gewickelt, freut sich über jedes Lächeln und kann ihn gegebenenfalls bei aufkommenden Unmutsäußerungen wieder an die Eltern zurückgeben 😉

Die Herausforderungen kommen noch

Klar: Die eigentlichen Großeltern-Jobs beginnen erst, wenn der Enkel „aus dem Gröbsten raus“ ist. Wenn es um Bring- und Abholdienste geht, um Support der Eltern bei den täglichen Lücken im Betreuungsstundenplan. Aber das sieht man heute auch viel gelassener – sind doch die heutigen 60jährigen die 50jährigen von gestern (sagt man jedenfalls).

Was fasziniert daran denn eigentlich?

Es dürfte ein gutes Stück Nostalgie sein, das Großeltern so für ihre Enkelkinder begeistert. Dieses typische „weißt du noch?“ bei den Erinnerungen an die eigene Elternschaft, die natürlich sehr gerne mal die erwähnten Augenränder ausblendet und die familiären Glücksmomente im Gedächtnis glorifiziert. Und das ist auch gut so. Kinder brauchen dieses positive, glückliche und optimistische Grundverständnis, das gerade Großeltern so stressfrei und authentisch vermitteln können. Deshalb ist es auch gut, dass die oft kolportierte „Verwöhnhaltung“ bei Oma und Opa sich so ausgeprägt einstellt, sobald das erste Enkelkind auf der Bildfläche erscheint.

Darf man das? Oder nicht?

Heute sehe ich die Rolle von uns Großeltern als Füllhorn der Möglichkeiten. Bei Oma und Opa darf man (fast) alles, die vernünftigen (und langweiligen) Regeln der Eltern können ausgehebelt werden, die Vernunft bleibt außen vor. Kinder können bei ihren Großeltern aufatmen, sich gehen lassen – Unfug machen und neue Grenzen erfahren. Weil: Großeltern haben Zeit, die nötigen Mittel und sind trotzdem immer um das Wohl der zweiten Generation bemüht. Die Frage ist, wie weit man dabei gehen darf? Zieht man den Eltern den Boden unter den Füßen weg, wenn man die strengen Regeln torpediert? Oder dient die ungewohnte Freiheit bei Oma und Opa der Gesamtentwicklung der Kinder?

Was meinen Sie?

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.