Ostern – das „kleine Weihnachten“?

Der Süßwarenhandel jubelt

Der Trend ist offensichtlich: Ostern wird immer wichtiger für den Handel. So profitiert die Spielwarenbranche vom wachsenden Oster-Image genauso wie die Süßwarenbranche und auch für die Reiseanbieter hat sich die Osterzeit zu den lukrativsten Wochen des Jahres entwickelt.

Osterhase im Aufwind

Seit einigen Jahren ist der Osterhase quasi der kleine Weihnachtsmann und er legt immer dickere Eier: Rund 10 Prozent des Gesamtumsatzes der Spielwarenindustrie wird zu Ostern generiert. Ostern spielt im deutschsprachigen Raum inzwischen eine große Rolle – mehr als in allen anderen europäischen Ländern. Laut dem Bundesverband der Süßwarenindustrie (BDSI) lieferten die Ostertage in 2014 rund 45% des Jahresumsatzes, Weihnachten 55% (wo bei der Rechnung allerdings das restliche Jahr bleibt, fragt sich der Laie …)

Das Wetter ist entscheidend

Vor allem die Schokoladenhersteller schielen auf den Wetterbericht. Eine Hitzewelle zu Ostern wäre fatal – denn dann würden die rund 85 Millionen Osterhasen, die in Deutschland den Weg ins Osternest finden, förmlich in der Sonne dahinschmelzen. Schlechtes Wetter hingegen – Kälte – wäre kein Problem. Das wiederum dürften die Gartencenter eher kritisch sehen, die ebenfalls vor Ostern von der Kauflust profitieren.

Ich bin dann mal weg

Auch für die Reisebranche ist Ostern ein phänomenaler Umsatzbringer. Der Trend geht weg von einem großen Urlaub im Sommer, hin zu mehreren kleinen Urlauben übers Jahr verteilt. So vermeidet man den großen Reinfall und minimiert das Risiko. Gerade über die Osterfeiertage werden inzwischen sehr lukrative Reisen gebucht. Wieder fragt sich der Laie: Wieso sind dann alle Geschäfte vor den Ostertagen komplett überfüllt, wenn doch alle im Urlaub sind…

Was sagen Eltern zu der Entwicklung?

Man kann das positiv sehen: Mit Kindern Ostereier bemalen, Geschenke basteln und die Familie in den Mittelpunkt zu stellen – das zeichnet Ostern genauso familienfreundlich wie Weihnachten aus. Dagegen wird niemand etwas einzuwenden haben. Aber: Wenn der Konsumzwang mit dazu kommt, dann wird die Veranstaltung genauso fragwürdig, wie das kommerzialisierte Weihnachtsfest.

Was also tun?

Das ist die große Frage. Mitmachen? Sich dem Trubel entziehen? Konsumverweigerung? Oder gemäßigtes Dabeisein?

Wie sehen Sie das? Beteiligen Sie sich an unserer Diskussion. Wie feiern Sie Ostern? Gibt es Geschenke? Und in welchem Rahmen?

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