Valentinstag – Herzschmerz oder purer Kommerz?

Die Liebe. Ein Thema, das alle Menschen – egal welcher Herkunft, welchen Alters, welcher Religion, welchen Geschlechts oder sexuellen Orientierung – miteinander verbindet. Denn die Liebe hält uns am Leben. Sie lässt uns hoffen. Sie lässt uns träumen. So sagen es die Romantiker. „Love means never having to say you’re sorry“, haucht die rehäugige Ali McGraw im 1970er-Schmachtfetzen Love Story Ryan O’Neal ins Ohr und verzückt damit eine ganze Kinogeneration. Denn eines kann die Liebe nicht: jemanden kalt lassen. Und wenn man die Liebe gefunden hat, dann darf man sie am Valentinstag genüsslich zelebrieren. Der 14. Februar ist offiziell der Tag der Liebe und an diesem Tag ist das volle (Kitsch-) Programm erlaubt: rote Rosen, Schaumbäder, Candle-Light-Dinner, Fussmassagen und Liebes-Tattoos.

Doch es gibt nicht nur die hoffnungslosen Romantiker. Die Liebe ist da, um verdammt viel Kohle zu machen – sagen die Zyniker. Denn etwas, was die Menschen so sehr beschäftigt wie ihre emotionale Verbindung zueinander, hat grosses Verkaufspotenzial. Und die Umsatzzahlen am Valentinstag in Zeiten des Kapitalismus sprechen für sich. Es gibt unzählige Branchen, die vom Liebeszirkus profitieren: Blumenhandel, Juweliere, Übernachtung und Gastronomie, Confiserien, Post, Erotikhandel, und viele mehr. 50 Franken geben die Schweizer im Schnitt allein für Blumen aus. Die Liebe ist in unserer Konsumgesellschaft von einer glücksseligen Empfindung zum nüchternen Geschäft geworden. Schon Wochen vorher findet man Herzpralinen, Herzbackmischungen, Teddys mit Herzen und noch ganz viel mehr Herzschmerz in den Supermarktregalen.

Aber woher kommt der Valentinstag überhaupt? Ist er tatsächlich eine plumpe Erfindung der Blumenverkäufer? Den Heiligen Valentin gab es tatsächlich. Er lebte im dritten Jahrhundert nach Christus in Italien. Er war bekannt dafür, dass er Paare nach christlicher Tradition vermählte. Damit verstiess er gegen das ausdrückliche Verbot des römischen Kaisers, denn das Christentum war in der damaligen Zeit als Religion verboten. Der Heilige Valentin wurde festgenommen und am 14. Februar 269 in Rom hingerichtet. Rund 100 Jahre später sprach man ihn heilig und der Papst erklärte den 14. Februar zum „Valentinstag“.

Besonders im englischsprachigen Raum hat der Valentinstag eine lange Tradition und eine grosse Bedeutung. In Europa wiederum feiert man den Tag der Liebe erst seit rund 50 Jahren. Kurioserweise erzeugt kein anderer „Feiertag“ so viele gegensätzliche Meinungen wie der Valentinstag. Die einen nehmen ihn zum Anlass, um ihre Beziehung ausgiebig zu feiern, die anderen finden ihn völlig unsinnig und sehen darin reine Geschäftemacherei. Und wieder andere werden an diesen Tag unsanft daran erinnert, dass sie noch immer kein Herzblatt gefunden haben. Das stösst natürlich sauer auf. Vor allem in einer Gesellschaft, in der Singles bemitleidet und als Mängelexemplare angesehen werden.

Egal zu welcher Fraktion Sie gehören, nehmen Sie den Rummel um den Valentinstag nicht allzu ernst. Schon allein um die Nerven und eventuell auch das Portemonnaie zu schonen. Selbst Latina-Kracher Jennifer Lopez sang äusserst erfolgreich: My love don’t cost a thing! Und nach drei gescheiterten Ehen muss sie es ja wissen. Wenn Sie einen lieben Menschen haben, den sie am Valentinstag Ihre Wertschätzung zeigen möchten – nur zu! „Ich liebe dich“ oder „Ich hab dich lieb“ sind gern gehörte Sätze, die man ohnehin viel zu selten sagt. Aber: Liebe ist zeitlos und will regelmässig gepflegt und gehegt werden. Denn Sie möchten Ihre Liebsten ja auch noch im März, April, Mai, Juni usw. an Ihrer Seite wissen. Allein schon für den nächsten Valentinstag.

Wie sehen Sie das? Geigen Sie uns doch mal die Meinung …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.